Grado
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Auf Entdeckungstour durch Friaul-Julisch Venetien

Heute nehmen wir dich mit auf eine kleine Rundreise durch die italienische Region Friuli Venezia Giulia, auf Deutsch Friaul-Julisch Venetien. Denn hier in dieser Region lässt sich die neue Jahreszeit besonders gut begrüßen. Wo du noch spätsommerliche Sonnenstrahlen einfangen und den Herbst besonders gut einleiten kannst, das erfährst du hier:

#71 Friuli Venezia Giulia – auf großer Herbsttour durch Friaul-Julisch Venetien

Wie immer erwarten dich spannende Tipps und Highlights rund um die italienische Region Friaul-Julisch Venetien.

Der Herbst in Friaul-Julisch Venetien ist besonders schön.

Friuli Venezia Giulia

Die Region Friaul-Julisch Venetien liegt im äußersten Nordosten Italiens und grenzt im Norden an Österreich und im Osten an Slowenien. Geprägt wird die Gegend von den südlichen karnischen Alpen, die – je näher man zur adriatischen Küste gelangt – immer mehr in eine sanfte Hügellandschaft übergehen. Wichtige Flüsse dieser sehr abwechslungsreichen Region sind der Tagliamento, Fella und Isonzo; Hauptstadt ist Triest. Auch die verschiedensten Tierarten sind hier beheimatet, wie zum Beispiel der Braunbär.

Hier zu sehen: die Hauptstadt der Region Trieste.

Tipp: Da die Anreise von vielen Teilen Österreichs (und Deutschlands) ohne allzu große Anfahrtszeiten möglich ist, ist ein Besuch in Friaul-Julisch Venetien besonders für ein verlängertes Wochenende geeignet!

Highlights in der Region

Wir starten unsere Rundreise nun durch Friaul-Julisch Venetien in Triest, fahren dann die Küste entlang und werfen zu guter Letzt einen Blick ins Landesinnere.

Trieste

In Triest weht bis heute ein Hauch der Habsburger-Monarchie durch die Luft. Daher erinnern auch viele Gebäude sehr stark an Wien. Der Grund für das imperiale Flair in Triest ist natürlich historisch begründet. Von 1382 bis 1918 war Triest nämlich Teil des Kaisertums Österreich (und der späteren Doppelmonarchie Österreich-Ungarn) mit einem sehr bedeutenden Handelshafen. Aber nicht nur die Fassaden sind von den Habsburgern inspiriert. Auch ein Blick ins Innere verschiedener Geschäfte eröffnet einen Blick in die Vergangenheit.

Tipp: Im Schuhgeschäft Rosini fällt sofort die 107 Jahre alte Originaleinrichtung ins Auge. Das gleiche gilt ebenfalls für die Pasticceria La Bomboniera. Auch dort sieht man die österreich-ungarische Vergangenheit, denn die Konditorei besteht bereits seit 1836. Bei den Spezialitäten greift man hier übrigens am besten zur regionalen Süßspeise „putizza triestina„.

Die Pasticceria La Bomboniera ist eine traditionsreiche österreichisch-ungarische Konditorei.

In der Innenstadt von Triest locken der Canal Grande di Trieste sowie die Pizza Unità d’Italia. Unbedingt hier etwas länger verweilen – denn beide Orte warten mit netten Cafés und Bars (für einen schnellen Espresso oder Aperitivo) auf. Außerdem zu empfehlen ist das Museo Civico di Storia Nazionale, in dem man viele spannende Details über die Tierwelt erfahren kann. Auch Carlotta, ein riesiger Weißer Hai, ist in diesem Museum zu Hause. Dieser 6,6 m große Hai ist bis dato der einzige einbalsamierte weiße Hai aus dem Mittelmeer.

Unweit von Triest ist das Schloss Miramare ein Must-see. Mehr über das Schloss kannst du hier hören oder hier nachlesen.

Das Schloss Miramare ist immer einen Besuch wert!

Ein weiteres Highlight in Triest ist die Strada Costiera, die spektakuläre Triestiner Küstenstraße, mit ihren atemberaubenden Panoramen. Die Straße, die im Jahr 1928 errichtet wurde, war zudem die erste richtige Straßenverbindung zwischen Triest und Venedig. Einen besonders schönen Ausblick bietet nun der Parkplatz beim Hotel Riviera. Von dort ist der Blick von Istrien bis nach Grado möglich.

Grado

Die Stadt an der oberen Adria liegt auf einer Küstendüne am äußersten Ende vom Golf von Venedig. Die Insel, auf der sich Grado befindet, ist mit dem Festland nur durch eine Dammstraße und eine Brücke verbunden. Der Name „Grado“ geht im Übrigen bereits auf die Römer zurück. Diese gründeten die Stadt vermutlich im 2. Jh. v. Chr. als Hafen für das nahegelegene Aquileia. Die lateinische Bezeichnung „ad Gradus“ bedeutet nun so viel wie „am Kanal liegend“ – und genau an dem Kanal nach Aquileia befand sich Grado. Dank dieser römischen Vergangenheit wurde im Jahr 1986 unweit von Grado auch ein römisches Handelsschiff entdeckt. Das wird zukünftig im Museo nazionale dell’archeologia subacquea dell’alto Adriatico ausgestellt werden – das Museum ist bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht eröffnet.

Grado ist nicht nur ein beliebter Ort für den Strandurlaub, nein, auch die Stadt selbst hat einiges an Sightseeing zu bieten.

In der Altstadt von Grado sollte man der Hauptkirche Sant’Eufemia unbedingt einen Besuch abstatten. Bei dieser Kirche handelt es sich um eine dreischiffige Säulenbasilika, deren Ursprung wahrscheinlich bereits auf das 4. Jh. n. Chr. zurückgeht. Bis heute ist das Gotteshaus eine Kultstätte in der historischen Altstadt von Grado.

Auch NaturliebhaberInnen kommen in Grado voll auf ihre Kosten. Denn hier machen die Zugvögel zwei Mal im Jahr (im Frühling und im Herbst) Halt in der vorgelagerten Lagune. Neben Zugvögeln weist die Lagune zudem eine große Vielfalt an Muscheln, Fischen und Krebsen auf.

Aquileia

Fans der Archäologie und der römischen Geschichte sollten sich den folgenden Ort im Landesinneren merken: Aquileia! Denn über Jahrhunderte war Aquileia einer der wichtigsten Häfen an der Adria. Einst war die antike Stadt über einen Kanal mit dem Meer verbunden, über den große Handelsschiffe in Aquileia anlegen konnten. Heute ist von der ehemaligen historischen Bedeutung Aquileias nicht mehr viel zu spüren. In der römischen Kaiserzeit lebten hier in der Blütezeit jedoch schätzungsweise bis zu 30.000 Menschen. Heute leben in der Stadt, die 452 von den Hunnen unter Attila zerstört wurde, nur mehr um die 3.000 EinwohnerInnen. Bis heute sind Teile der antiken Stadt unerforscht. Wer nun aber mehr über das antike Aquileia erfahren möchte, der sollte das Archäologische Museum aufsuchen.

Ein weiteres Highlight in Aquileia ist die Basilika, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier beeindruckt vor allem der spektakuläre Mosaikfußboden; die Mosaiken aus dem 4. Jahrhundert zeigen dabei unterschiedliche Szenen aus der Bibel. Einen wunderbaren Ausblick über die Umgebung bietet der angrenzende Campanile, der Kirchturm.

Palmanova

Palmanova wurde von der Stadt Venedig am 7. Oktober 1593 gegründet. Ein Besuch in der Stadt lohnt sich schon allein wegen der besonderen Form ihres Stadtkerns. Da Palmanova als Planstadt angelegt wurde, erscheint sie aus der Luft betrachtet wie ein Stern. Denn einst sollten die Soldaten vom großen Platz in der Mitte auf schnellstem Weg entlang der breiten Straßen zur Stadtmauer gelangen. Damit ist die Stadtmauer auf jeder Seite genau gleich weit vom zentralen Platz in der Mitte entfernt. Noch heute ist dieses Zentrum, die Piazza Grande, immer einen Besuch wert. Regelmäßig werden hier Markttage veranstaltet; auch viele kleine Bars laden zum Verweilen ein.

Die „Sternform“ der Stadt macht das Sightseeing zu einem besonderen Erlebnis.

In unmittelbarer Nähe zur Piazza Grande befindet sich der Dom, der Duomo di Palmanova. Auch die drei imposanten Stadttore dürfen bei einem Aufenthalt in Palmanova nicht fehlen.

Tipp: Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer und durch die Stadt führt in Palmanova an vielen Palazzi aus der Renaissancezeit vorbei.

Udine

Udine lockt mit venezianischem Flair! Denn bis heute ist die venezianische Herrschaft, unter der die Stadt in der Vergangenheit stand, in Udine spür- und sichtbar. Größtes Highlight in Udine ist mit Sicherheit die Piazza della Libertà. Einen besonders schönen Blick auf die Stadt liefert das Schloss in Udine.

Die kleine Piazza in Udine soll einer der schönsten venezianischen Plätze des norditalienischen Festlandes sein.

Tipp: Beim nächsten Badeurlaub an der oberen Adria unbedingt auch einen kurzen Stopp im Zentrum von Udine einlegen!

Zu den kulinarischen Besonderheiten in Udine zählt unter anderem das gehaltvolle Gericht Frico. Frico ist nun in den zwei Versionen „morbido“ (weich) und „friabile“ (bröselig) erhältlich. Das Gericht selbst erinnert dabei an einen großen Fladen und besteht aus Kartoffeln und Käse in der weichen Version und ausschließlich aus Käse in der bröseligen Variante. Als Käse wird der geschmackvolle Montasio aus der Region verwendet. Gerne wird das Gericht mit Polenta als Beilage serviert. Der perfekte Vorspeisenteller in Udine sieht dagegen Prosciutto San Daniele (der typische San Daniele Schinken) mit Montasio Käse und Feigen oder Honigmelone vor.

Sacile

Die kleine Stadt Sacile wird gerne der „Garten Venedigs“ oder „Kleines Venedig“ genannt. Dieser Name kommt nicht von ungefähr, denn auch hier finden sich zahlreiche Palazzi im venezianischen Stil wider, die gleich neben einem Fluss erbaut wurden. Bei einem Besuch in Sacile sollte man den Dom, den Duomo di San Nicolò, nun auf keinen Fall verpassen. Auch ein Abstecher zur Kaffeerösterei Grosmi in Sacile lohnt sich. Dort wird schon seit über 60 Jahren Kaffee geröstet.

Ein besonderes Fest Ende August bzw. Anfang September ist die in der Nähe stattfindende Sagra dei Osei. Diese Veranstaltung ist das älteste ornithologische Festival in Europa. Dort findet zum Beispiel auch die italienische Meisterschaft im Chioccolo-spielen statt. „Il Chioccolo“ (Deutsch: Lockpfeife) ist ein Instrument, das Vogelstimmen imitiert und Vögel entsprechend anlockt.

Ein kulinarisches Highlight in Friaul-Julisch Venetien ist zudem der sehr bekannte Wein aus Italien, der Prosecco. Prosecco ist in insgesamt drei unterschiedlichen Versionen verfügbar: Tranquillo (ohne Sprudel), Frizzante oder Spumante (beide mit Sprudel). Die Rebsorte, aus der alle drei Arten hergestellt werden, ist dabei die sogenannte Glera.

Tipp: Gerne einfach alle drei Versionen probieren. Für eine Weinverkostung eignet sich zum Beispiel das Weingut I Magredi besonders gut. Allerdings muss hier vorab reserviert werden! Prosecco kann natürlich aber auch in jedem Lokal in Friaul-Julisch Venetien verkostet werden.

Was sind deine Highlights in Friaul-Julisch Venetien? Wir freuen uns über Rückmeldungen.

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