Blog zum Podcast,  Kultur,  Reisen

Geheimtipp im Mittelmeer: die Äolischen Inseln

Lipari, Vulcano, Salina, Panarea, Stromboli, Filicudi und Alicudi – all diese Inseln klingen nach dem Südpazifik und dem Paradies schlechthin! Dabei liegen die „Isole Eolie„, wie sie auf Italienisch heißen, oder auf Deutsch die Äolischen oder Liparischen Inseln, im Endeffekt gar nicht so weit weg. Denn die sieben Inselchen befinden sich nur ca. 40 km vor der Nordküste Siziliens.

Lipari
Die Äolischen Inseln – paradiesisch schön!

Willst du mehr über die Inselgruppe erfahren? Dann höre jetzt gleich in unsere neue Podcastfolge hinein:

#69 Isole Eolie – wo Feuer und Wasser auf die Äolischen Inseln treffen

Mit dieser Podcastfolge wandeln wir auf den Spuren von Odysseus, einem Helden aus der griechischen Mythologie. Denn schon Odysseus – so heißt es – soll damals zu den Äolischen Inseln gesegelt sein.

Sieben Perlen im Mittelmeer

Während der sizilianische Archipel hierzulande weitgehend unbekannt ist, sind die sieben Inseln in Italien längst ein Hotspot der italienischen High-Society und beliebter Urlaubsort der italienischen Promis. Der Name der „Isole Eolie“ geht dabei auf Äolos, den griechischen Gott der Winde, zurück. Laut der griechischen Mythologie soll eine der Inseln einst der mythische Sitz der Gottheit gewesen sein.

Die „Isole Eolie“ sind ein echter Geheimtipp im Mittelmeer und sollten auf jeder Italien-Bucketlist stehen!

Seit dem Jahr 2000 gehören alle sieben Inseln zum UNESCO-Weltnaturerbe. Kein Wunder – schließlich sind die „Isole Eolie“ an einzigartiger, mediterraner Natur und landschaftlicher Vielfalt, spektakulären Naturwundern und wunderschönen Panoramen nicht zu übertreffen! Hier begegnen sich nicht nur Geschichte und Archäologie, sondern auch Vulkanologie und Geologie. Erloschene Krater und noch aktive Vulkane, heiße Schlammlöcher, ein saftig grünes Hinterland, blendend weiße Bimsstrände, schwarze Lavabuchten und -strände sowie ein kristallklares Meer – all das und vieles mehr findet man also auf den Äolischen Inseln!

Urlaub auf den Äolischen Inseln

Die Äolischen Inseln sind das perfekte Reiseziel für all jene, die auf der Suche nach einem Aktiv- bzw. Erholungsurlaub sind. Für einen Billigurlaub bzw. Pauschaltourismus sind die Äolischen Inseln dagegen eher ungeeignet. Es gibt vieles auf den Inseln zu erkunden und zu erleben, daher wird ein Urlaub auf den „Isole Eolie“ auch niemals langweilig! Bei einem Besuch der Inseln sollte man unbedingt auch Boots-, Tauch- und Badeausflüge mit einplanen!

Eine Bootstour ist immer ein Highlight! Außerdem lernt man die Äolischen Inseln per Boot auch am besten kennen.

Beste Reisezeit

Die Äolischen Inseln sind einfach ein Traum und ein ganzjähriges Paradies! Hier sind die Durchschnittstemperaturen am höchsten und die Sonnenzeiten am längsten – auch im Winter. Auf den Äolischen Inseln lässt es sich daher also recht gut überwintern. In den Sommermonaten Juli und August ist generell mit einem Ansturm von italienischen UrlauberInnen zu rechnen.

Anreise

Die Inseln verfügen über keinen eigenen Flughafen. Daher muss die Anreise über Sizilien oder z.B. Neapel oder Reggio Calabria erfolgen. Fähren und Aliscafo-Tragflügelboote verbinden die Äolischen Inseln dann regelmäßig untereinander und mit Sizilien, Neapel, Reggio Calabria und Co. Aber Achtung: einige Verbindungen existieren nur in den touristischen Sommermonaten!

Tipp für „Seekranke“: die kürzeste Überfahrt auf die Äolischen Inseln erfolgt von Milazzo (Sizilien) aus per Fähre oder Tragflügelboot nach Lipari. Im Hochsommer kann es hier mitunter aber chaotisch zugehen oder hin und wieder auch zu Verspätungen bzw. Ausfällen der Boote kommen. Daher unbedingt etwas mehr Zeit mitbringen!

Kulinarische Spezialitäten

Fisch ist ein Hauptbestandteil der äolischen Küche. Daher ist die „Sagra del Pesce“ auf Lipari berühmt, die immer Anfang August stattfindet. Hier werden FischliebhaberInnen fündig, denn es werden zahlreiche Fischarten angeboten. Auch Honig, der bekannte süße Dessertwein Malvasia oder Kapern gehören zu den Spezialitäten der Äolischen Inseln. Letztere finden sich in zahlreichen Salaten, Soßen und Marinaden wieder.

Die sieben Inseln

Jede der Inseln ist für sich besonders und besitzt ihren eigenen Charakter sowie Identität. Damit sind alle sieben Inseln unterschiedlich voneinander! Die ganze Inselgruppe ist zudem schon seit der Steinzeit besiedelt. Daher erwartet BesucherInnen auf den Äolischen Inseln Geschichte pur – von der Steinzeit bis hin zu den Griechen, Römern, Normannen und Sarazenen.

1) Lipari – Hauptinsel der Äolischen Inseln

Die größte Insel ist Lipari. Mit etwa 5.000 EinwohnerInnen ist Lipari auch das kulturelle Zentrum der Äolen. Auf Lipari befindet sich außerdem das einzige richtige Städtchen der Äolischen Inseln, das wahrscheinlich sogar die älteste kontinuierlich bewohnte Siedlung Italiens darstellt. Aus diesem Grund beginnen die meisten UrlauberInnen ihre Inselreise hier.

Zu den Top-Sehenswürdigkeiten auf Lipari gehören unter anderem die prähistorischen Ausgrabungen, die Höhlen in Porticello, das weltbekannte archäologische Museum („Museo Archeologico Eoliano„) oder die imposanten Thermalquellen von San Calogero („Terme di San Calogero„). In diesen Thermen am Westabhang der Insel wurde bereits seit der Steinzeit und dann bei den Griechen und Römern gebadet. Tipp: eine Besichtigung ist hier nur mit Voranmeldung möglich!

Auch eine Inselrundfahrt gehört für einen gelungenen Aufenthalt auf Lipari einfach mit dazu. Dabei sollte man unbedingt einen Zwischenstopp in „Belvedere Quattrocchi“ (auf Deutsch: vier Augen), einem Aussichtsplatz an der Südküste, einplanen. Bei diesem fantastischen Panorama auf das Meer und die Nachbarinsel Vulcano wünscht sich jeder BesucherIn mindestens ein zusätzliches Paar Augen!

Großer Pluspunkt von Lipari ist seine Natur. So bieten die „spiagge bianche„, die weißen Strände Liparis, Südsee-Feeling gepaart mit kristallklarem, türkisen Meerwasser! Besonders schön sind die weißen Strände in „Canneto“ und „Acquacalda“ oder der Kiesstrand „Spiaggia Valle Muria„. Bei „Canneto“ finden sich im Übrigen auch die für Lipari typischen schneeweißen Bimssteinhalden des sogenannten „Campo Bianco„. Denn einst wurde auf Lipari Bimsstein in großem Stil abgebaut. In der Bronzezeit wurde Bimsstein dann aber von einem anderen glasartigen Vulkangestein abgelöst: Obsidian. Heute ist Obsidian ein begehrtes Mitbringsel bei den UrlauberInnen.

2) Vulcano – Heimat des römischen Feuergottes

Die südlichste Insel ist Vulcano, die ganz klar in den Händen des römischen Gottes Vulcanus, dem Gott des Feuers, liegt. Denn hier brodelt (und stinkt) es gewaltig! Neben dampfenden Fumarolen erwarten BesucherInnen auf Vulcano warme Schwefelquellen und Schwefelfelder, heiße heilkräftige Fangobäder oder ein vulkanisch aufgeheizter schwarzer Sandstrand. In den heißen Sommermonaten sollte man daher unbedingt ein Paar Badeschuhe mit einpacken – denn schwarzer Sand heizt sich noch stärker auf als weißer. Möchte man sich dagegen ein Heilschlammbad gönnen, dann gilt es hier zu beachten, dass der schwefelhaltige Geruch eines solchen Fangobads erst nach ein paar Tagen wieder verschwindet.

Einen Tagesausflug nach Vulcano sollte man unbedingt mit einplanen.

Ihren Namen bekommt die dünnbesiedelte Schwefelinsel nun von dem Vulkan und seinem 391 Meter hohen und noch aktiven Krater „Gran Cratere“. Dieser prägt die Landschaft von Vulcano entscheidend und ist ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch. Da es hier immer wieder raucht, ist die 2,5 Stunden lang andauernde Besteigung des „Gran Cratere“ seit 2003 auch nur mehr mit einem Guide erlaubt. Der letzte Vulkanausbruch fand in den Jahren 1888-1890 statt; einer Legende nach soll der Vulkan alle 100 Jahre ausbrechen.

Tipp: Wer auf der Suche nach mehr Action auf Vulcano ist, der oder demjenigen empfehlen wir hier Quad fahren zu gehen. Das ist ein Heidenspaß!

3) Salina – grünes Paradies

Die zweitgrößte und vielleicht schönste Insel des sizilianischen Archipels ist Salina. Denn Salina ist die grünste und blühendste Insel der Äolen! Im Gegensatz zu seinen Schwesterinseln verfügt Salina nämlich über eine Süßwasserquelle. So ist Salina nicht nur ein Refugium für seltene Pflanzen, sondern auch für die verschiedensten Tiere. Da bereits fast die ganze Insel seit 1983 unter Naturschutz steht, erwarten BesucherInnen hier Buchten von atemberaubender Schönheit und ausgezeichneter Wasserqualität. Auf Salina spielt der Tourismus eher eine Nebenrolle.

Ihren Namen bekommt die Insel noch von den Römern. Diese nannten sie wegen ihrer großen Salzseen im Südosten Salina – denn „Salina“ bedeutet nichts weiter als „die Salzige„. Passender wäre aber eigentlich ihr früherer griechischer Name „Didyme„, was so viel wie Zwilling bedeutet. Denn die fast gleich hohen Zwillingsvulkane auf Salina prägen das Landschaftsbild der Insel und sind schon aus weiter Ferne zu erkennen.

Für Wanderlustige bietet Salina verschiedene Touren. Für einen reinen Strand- und Badeurlaub ist Salina dagegen nicht zu empfehlen. Es gibt auf Salina nämlich nur wenige Strände und keine Sandstrände. Aber die Insel und seine Unterwasserwelt sind ein Traum für jeden Taucher. Auch eine Inselrundfahrt mit dem Motoroller ist absolut zu empfehlen.

Auf Salina findet die traditionelle „sagra del cappero„, das Kapernfest, im Juni statt. Die Kapern von Salina gelten als die besten Italiens – ja sogar des ganzen Mittelmeerraums. Daher kommen italienische Kapern auch zu 95 Prozent aus Salina. Neben Zitrusfrüchten bietet die Insel eine weitere Spezialität: den berühmten Malvasia-Wein. Dieser schmeckt nirgendwo so gut wie auf Salina!

4) Panarea – die Schöne

Die mondänste und eleganteste Insel der Äolen ist Panarea. Denn die kleine Insel Panarea ist der Hotspot des Jet Sets und der teuerste Ort der Inselwelt. Gutbetuchte ItalienerInnen haben sich hier niedergelassen, wodurch Panarea zum „El Dorado“ der Reichen und Schönen geworden ist. Hier gilt wirklich: „sehen und gesehen werden„!

Mit seinen engen Gässchen und seinen leuchtend weißen und blumenüberwucherten Häuschen stellt Panarea wirklich die perfekte italienische Idylle dar. Während man sich am Abend in den angesagten Restaurants und Lokalen der Insel trifft, verbringt man den Tag über an den Sand- und Kieselstränden von Panarea. Im besten Falle steuert man die Strände und Buchten sogar mit dem eigenen Boot an – denn von Land aus sind manche Abschnitte nicht zu erreichen. Neben einer Bootsfahrt sollten sich Kulturinteressierte aber auch nicht die bronzezeitlichen Funde oder die Thermalquellen von Panarea entgehen lassen.

Eine landschaftliche Besonderheit von Panarea sind kleine in der Nähe liegende, unbewohnte Inselchen und Klippen. Diese bilden fast einen eigenen Archipel inmitten des sizilianischen Archipels. „Basiluzzo„, der größte unbewohnte Felsen der Äolischen Inseln, ist hier nur ein Beispiel.

5) Stromboli – feuerspuckende Urgewalt

Auf der nördlichsten Insel mitten im Meer scheint die Luft fast zu brennen! Denn Stromboli besteht nur aus einem einzigen Vulkan. Nicht umsonst wurde dieser kegelförmige und über 2.000 Meter hohe Vulkan in der Antike auch als „Leuchtturm des Mittelmeeres“ bezeichnet. Mit seinen tiefschwarzen Lavastränden ist das antike „Strongyle“ ein Paradies an außergewöhnlichen Landschaften – ganz ohne lauten Autoverkehr.

Stromboli bietet Stoff für Legenden! Bis heute kann man hier Tag und Nacht Magmafontänen, Feuersäulen oder Rauchfahnen beobachten oder sehen wie heiße Lava in das Meer fließt. Denn der Vulkan von Stromboli ist der einzige, dauerhaft aktive Vulkan Europas. Um dieses beeindruckende Naturspektakel zu beobachten, empfehlen wir eine geführte Bootstour bei Nacht zu buchen. Denn in der Dunkelheit und vom Schiff aus wirken die Ausbrüche des Vulkans noch gewaltiger! Auch eine Inselrundfahrt per Boot ist tagsüber auf Stromboli Pflicht!

Wanderlustige haben zudem die Möglichkeit auf den erloschenen Zwillingskrater in einer 3-4-stündigen Tour zu steigen. Am besten den Aufstieg mit einem ortskundigen FührerIn wagen – denn immer wieder kommt es hier zu tödlichen Unfällen von TouristenInnen. Eine entsprechende Ausrüstung, Kondition, Taschenlampe und Verpflegung sind auf Stromboli natürlich das A und O! Auch gilt es an dieser Stelle die Absperrungen auf der Insel zu respektieren und nicht zu überqueren! Nach einer erfolgreichen Besteigung wird man oben dann mit einem Blick in den Krater belohnt.

6) Filicudi – heimliche Naturschönheit

Die abseits liegende Insel Filicudi ist die älteste und zugleich die erste besiedelte Insel der Äolen. Heute wird das antike „Phenicusa“ eher selten von UrlauberInnen besucht.

Das farnenreiche Filicudi begeistert mit einer unbeschreiblichen Ruhe, zahlreichen Meeresgrotten und einer wilden und unberührten Natur (hier sind vor allem die drei nicht aktiven Vulkankegel zu nennen). Auch ist Filicudi ein großer Hotspot bei Windsurfern.

7) Alicudi – romantischer Rückzugsort

Das winzige Alicudi und frühere „Ericusa“ ist nun die kleinste der Äolischen Inseln. Da Alicudi so abgeschieden ist (hier gibt es zum Beispiel noch nicht einmal Straßen), ist diese Insel der perfekte Naturort für die Erholung! Ringsum erwartet BesucherInnen einfach nichts weiter als Meer und Himmel – sogar Strom und fließendes Wasser sind Mangelware auf der Insel.

Hast du Lust bekommen deinen nächsten Urlaub auf den „Isole Eolie“ zu verbringen? Dann teile diesen Beitrag gerne auch in den Sozialen Medien.

Ein Kommentar

  • Monika

    Ciao a tutti, ich habe mich riesig gefreut, das ihr die Liparischen Inseln so schön beschrieben habt. Am Freitag fliegen wir von Venedig nach Catania um am Samstag in Porta Rosa unseren 1- wöchigen Segeltörn um die Liparischen Inseln zu starten. Deswegen war es für uns der perfekte Zeitpunkt diese Folge zu hören. Mir gefallen alle eure Folgen und ich höre die mir regelmäßig an.👍😊Habt ihr einen Tipp für unseren kurzen Aufenthalt in Catania und eine Restaurant Empfehlung? Liebe Grüße und ein weiter so toll😊von Monika Ivanica aus der Comune di Frisanco im schönen Friaul

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code