italienische Gewürze
Blog zum Podcast,  Kulinarik

Die besten italienischen Gewürze auf dem Teller

Der herrliche Geruch nach Basilikum, Oregano, Rosmarin & Co ist aus unseren heimischen Küchen und Balkonen gar nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder – schließlich sorgen erst diese italienischen Kräuter und Gewürze für das gewisse Extra auf unseren Tellern!

Da es viel Spannendes über „spezie italiane„, also italienische Gewürze und ihre typischen Aromen und Geschmacksrichtungen zu erzählen gibt, widmen wir den italienischen Kräutern und Gewürzen eine eigene Podcastfolge. Mehr über 10 klassisch italienische Gewürze erfährst du hier:

#60 „Essere come un prezzemolo“ – italienischen Gewürzen auf der Spur

Denkt man an Italien, dann denkt man unweigerlich auch an die gute italienische Küche. Kennzeichen dieser „cucina italiana“ (Anmerkung: die „cucina italiana“ setzt sich aus vielen regionalen italienischen Küchen zusammen) sind nicht nur qualitativ hochwertige Produkte, sondern auch hocharomatische Gewürze.

10 „spezie italiane“, die auf deinem Teller nicht fehlen dürfen

Erst die geschmacklich intensiven Kräuter und Gewürze sorgen für das perfekte, mediterrane Flair auf unseren Tellern! Aus diesem Grund ist die italienische Küche auch für viele das Sinnbild der Mittelmeerküche. Denn schließlich ist in Italien in jedem „sugo“, „pesto“ oder „antipasto“ mindestens ein typisch italienisches Gewürz zu finden. Die folgenden 10 Gewürze, die sich in vielen italienischen Gerichten wiederfinden, eignen sich nun wirklich für jeden Gaumen und Geschmack!

1) Basilico – der König der Gewürze

Kein anderes Gewürz schmeckt so sehr nach Urlaub in Italien wie Basilikum! Dabei ist der „basilico“ wortwörtlich der „König“ (altgr. Βασιλεύς, König) unter den Gewürzen und ein absolutes Muss in der italienischen Küche. Egal ob frisch, gefroren oder getrocknet – Basilikum veredelt einfach jedes Gericht!

Gerichte: in Italien kommt Basilikum überall zum Einsatz! So findet man ihn in Pesto, Caprese, Salaten, Fleisch- und Fischgerichten, Dips oder Limonaden. Basilikum geht einfach immer. Aber Achtung: um das volle Aroma zu erhalten, sollte man Basilikum nicht kochen! Aus diesem Grund gibt man ein Blatt Basilikum auch immer erst zum Schluss in einen „sugo“.

Basilikum verströmt nicht nur einen wunderbaren Geruch, sondern hat auch einen hervorragenden Geschmack. Daher darf er auch auf der Pizza Margherita nicht fehlen.

Neben dem typisch grünen Basilikum (Basilico Genovese), den man hierzulande in allen Supermärkten findet, muss man bei Basilikum aber auch andere Sorten unterscheiden. Die diversen Basilikum-Sorten variieren dabei in Aussehen (grüne oder rote, spitze oder runde Blätter), Duft (zimtartig, zitronen-thymianartig) und Geschmack. Ursprünglich soll der Basilikum aus Nordwest-Indien stammen.

Gesundheit: Basilikum ist ein faszinierendes Gewürz, das als sehr gesund gilt! Immerhin ist Basilikum reich an Vitamin A, C und ätherischen Ölen – und hilft bei Entzündungen, Magenbeschwerden oder zum Beispiel Migräne. Wie bei allem, sollte man hier jedoch auch auf die richtige Dosierung achten.

Tipp für den Sommer: ein Blatt Basilikum mit ins Getränk geben. Herrlich erfrischend!

2) Peperoncino – italienischer geht kaum

In Italien findet man „peperoncini„, d.h. kleine rote scharfe Chili-schoten, vielfach frisch, getrocknet in Büschelform oder in Öl eingelegt. Vor allem in Süditalien gibt es „peperoncini“ einfach an jeder Ecke und in großen Mengen. „Peperoncino“ (Singular von „peperoncini„) selbst bedeutet dabei nichts weiter als „kleine Peperoni“. Faustregel ist hier: je größer der „peperoncino„, desto milder sein Geschmack.

Hier ein Beispiel für „peperoncini“ aus der italienischen Region Kampanien. Dort findet man frische „peperoncini“ einfach überall.

Gerichte: Italiener und -innen kochen viel und gerne mit „peperoncini„. Aber Achtung: zum Kochen nur ganz kleine Mengen verwenden, denn das Gewürz ist sehr intensiv und scharf. Ein berühmtes italienisches Gericht mit „peperoncini“ sind beispielsweise „Penne all’arrabiata“.

Gesundheit: „peperoncini“ lassen das Herz – im wahrsten Sinne des Wortes – höher schlagen. Daher gelten die kleinen Chilischoten bereits seit der Antike als Aphrodisiakum!

Tipp: gerne den nächsten Teller „Pasta Aglio Olio“ mit „peperoncini“ würzen.

3) Menta – grünes Erlebnis auf der Zunge

Menta“ oder Minze wie dieses grüne Gewürz bei uns heißt, ist schön anzuschauen und riecht obendrein fantastisch! Im Sommer sorgt dieses Gewürz für den perfekten Frischekick – und passt herrlich zu Limonaden, Cocktails, Aperitivi oder als Garnitur auf diversen Desserts (z.B. „Sorbetto al limone“). Aus der italienischen Küche ist die vielseitige Minze gar nicht mehr wegzudenken. Genau wie beim Basilikum gilt hier aber: Minze nicht kochen und richtig dosieren! Denn Minze hat ein recht dominantes Aroma.

Ein Minzblatt ist ein süßes i-Tüpfelchen auf jeder Nachspeise.

Himmlisch sind in Italien auch der „sciroppo di menta“ (Pfefferminzsirup) oder eine „granita di menta“ (Minz-Granita). Beide sind einfach lecker! Da Pfefferminze eine Mischung aus Minze und Wasserminze ist, haben wir sie hier berücksichtigt. Pfefferminze selbst hat aber einen anderen Geschmack als Minze.

Gerichte: Minze passt gut zu Herzhaftem wie zu Süßem. Vor allem in Norditalien werden Minzblätter oder fein zerkleinerte Minze oft mit Lamm oder in Soßen serviert. 

Gesundheit: die heilende Wirkung von Minze ist vielfach bekannt. So Minze enthält das ätherische Öl Menthol, das beruhigend wirkt. Minze hilft daher bei Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungen oder Kopfschmerzen.

Tipp: frische Minzblätter im Badewasser sorgen für wohltuende, gut riechende Entspannung – und sind zudem gut für die Haut.

4) Prezzemolo – Allrounder in der Küche

Prezzemolo“ oder Petersilie ist ein absoluter Klassiker unter den Kräutern und wird in der italienischen Küche viel eingesetzt. Ganz egal ob verstreut auf Fisch, Kartoffeln oder in Dips – Petersilie macht einfach immer eine gute Figur! Da ohne Petersilie in der italienischen Küche gar nichts funktioniert, gibt es in Italien auch das passende Sprichwort:

„sei come il prezzemolo“

Bedeutung: eine Person, die sich in alles einmischt und überall dabei ist.

deutsche Übersetzung: „du bist wie die Petersilie“

Die würzige Petersilie gibt es in verschiedenen Variationen: tiefgefroren, getrocknet oder gerebelt. Am besten schmeckt Petersilie jedoch noch immer frisch im Bund oder frisch gehackt über dem Essen. In Neapel heißt Petersilie übrigens „o petrusino“ und findet sich in vielen Soßen und Suppen der neapolitanischen Küche wieder. In Sizilien sagt man zu Petersilie dagegen „pirrusinu„.

Gesundheit: auch Petersilie ist eine Heilpflanze, die viele ätherische Öle, Vitamin C, Apiol oder z.B. Zink enthält. Schon seit der Antike wurde Petersilie als Gewürz- und Heilkraut verwendet und vermutlich als Aphrodisiakum und zur Stärkung von Soldaten eingesetzt. Heute wird Petersilie aber meist nur noch zum Kochen verwendet.

Tipp: Petersilie ist sehr hilfreich, wenn man zu viel Knoblauch erwischt hat. Denn Petersilie neutralisiert die intensiven Ausdünstungen von Knoblauch. Perfekt also nach einem Teller „Spaghetti Aglio Olio“.

5) Rosmarino – betörender Klassiker

Rosmarino“ (lat. ros marinus) – auf Deutsch Rosmarin – verströmt wirklich typisch italienisches Flair! Kein Wunder – schließlich prägt der wild wachsende Rosmarin die Landschaften im Mittelmeerraum. Da Rosmarin sehr wohlriechend ist, findet er sich in vielen Parfüms und Düften wider. Als wichtiger Bestandteil der italienischen Küche wird Rosmarin sowohl frisch als auch getrocknet verwendet. Rosmarin ist zudem eines der wenigen Gewürze, das lange Koch- bzw. Garzeiten verträgt. Der Geschmack von Rosmarin ist dabei sehr intensiv und leicht herb-bitter.

Gerichte: Rosmarin passt hervorragend zu Fleisch (z.B. Lamm), Fisch, Kartoffeln, Gemüse, einer „Pizza bianca“ oder einer „Focaccia“. Aber auch in einem Getränk schmeckt Rosmarin sehr lecker!

Rosmarin verleiht den Getränken eine ganz spezielle Note. [Anzeige, da Markennennung]

Gesundheit: gesund ist Rosmarin natürlich auch. So wirkt er beispielsweise beruhigend und regt den Kreislauf an. Auch im Badewasser macht sich Rosmarin hervorragend, da er bei Zerrungen oder rheumatischen Erkrankungen hilft.

Tipp: das Aroma von angeröstetem (Achtung: nicht verbranntem) Rosmarin haut einen um! Daher unbedingt ausprobieren! Auch in einer Flasche Olivenöl schmeckt Rosmarin sagenhaft gut (mindestens 2 Wochen ziehen lassen).

6) Alloro – göttliches Gewürz

L’alloro„, auf Deutsch Lorbeeren sind ein göttliches Gewürz – im wahrsten Sinne des Wortes. Schon für die alten Griechen waren Lorbeeren heilig, da sie dem Gott Apollo geweiht waren. Auch im alten Rom kam den Lorbeerblättern eine besondere Bedeutung zu. Hier trugen nämlich siegreiche Feldherren oder Gewinner von Spielen einen Lorbeerkranz. Sogar beim römischen Dichter Ovid spielen Lorbeeren eine gewisse Rolle. So berichtet er in seinen Metamorphosen über den Gott Apollo und die Nymphe Daphne, die sich dann der Sage nach in einen Lorbeerbaum verwandelt haben soll.

Gerichte: Lorbeerblätter gibt es schon immer in der italienischen Küche. So findet man Lorbeeren in frischer, getrockneter oder pulverisierter Version. Allerdings ist frischer Lorbeer immer aromatischer und intensiver, schmeckt aber auch leicht bitter. Sehr gut passen Lorbeeren zu Suppen, Eintöpfen, Fleisch, Fisch (z.B. Garnelen), Bohnen, Linsen, Kartoffeln oder Artischocken.

Gesundheit: wie die Gewürze vor ihm, ist auch Lorbeer ein Heilgewürz. So hilft Lorbeer beispielsweise bei Husten, Magenschmerzen, Arthritis oder Rheuma.

Tipp: ein Rezept, das wir gerne testen möchten, ist ein mit Lorbeer aromatisierter Essig. Wer dieses Rezept auch gerne ausprobieren möchte, der braucht dafür nur: einen Liter Weißweinessig, der kurz in einem Topf erhitzt wird (aber nicht gekocht), und 15 frische (gewaschene und getrocknete) Lorbeerblätter. Das Ganze dann drei Wochen in der Sonne stehen lassen und anschließend durch ein Sieb in eine zweite Flasche gießen. Alles fest verschließen und die Flasche an einem kühlen Ort aufbewahren.

7) Salvia – heilversprechendes Wundermittel

Das nächste Gewürz kennt man vor allem in Form von Tees und Hustenbonbons. Die Rede ist natürlich von Salbei, auf Italienisch „salvia„. Dieses Gewürz, das ursprünglich aus Südeuropa stammt, darf man in der italienischen Küche nun auf keinen Fall vergessen! Denn ohne Salbei wären einige Klassiker der italienischen Küche, wie zum Beispiel „Saltimbocca alla Romana“ nicht möglich. Auch optisch sticht Salbei mit seiner pelzigen Oberfläche unter den anderen italienischen Gewürzen hervor. Salbei kann roh, gebraten oder gekocht gegessen werden. Allerdings können von den rund 1000 Salbei-Sorten nur maximal 20 zum Kochen verwendet werden.

Gerichte: der bitter-würzige Geschmack von Salbei passt perfekt zu Suppen, Fleisch- und Fischgerichten oder zu Pasta. Ein Gericht, dass man unbedingt probieren sollte, ist „Pasta con burro e salvia“, sprich Pasta mit Salbeibutter.

Gesundheit: Salbei ist ein hervorragendes Gewürz und von allen genannten wohl das gesündeste. Schon das Wort Salbei deutet daraufhin, denn Salbei leitet sich vom lateinischen Wort „salvare“ ab, das so viel wie „heilen“ bedeutet.

Tipp: Salbei eignet sich perfekt zum Selberanbauen – denn Salbei braucht nur viel Sonne und Wasser.

8) Oregano – was wäre Pizza Marinara nur ohne Oregano?!

Ohne das folgende Gewürz würde der italienischen Küche definitiv etwas fehlen. Die Rede ist von Oregano! Dieses Gewürz ist wirklich ein Allrounder in der Küche, der in ganz Italien verwendet wird. Oregano wird oft als „wilder Majoran“ bezeichnet, da er wild im Süden Italiens vor sich hinwächst. In unseren heimischen Küchen wird meist getrockneter Oregano verwendet, aber auch frischer Oregano macht sich gut auf den Tellern. Das Aroma von Oregano ist intensiv, daher sollte man bei der Dosierung von Oregano etwas sparsamer sein. Oregano bildet zudem eine Ausnahme bei den Gewürzen: so schmeckt frischer Oregano milder als getrockneter Oregano!

Gerichte: der unverwechselbare herbe Geschmack von Oregano passt neben der Pizza Marinara auch gut zu „sughi“ (Soßen), Salaten oder Eiern.

Gesundheit: über die Kraft von Oregano wusste man schon in der Antike Bescheid. So spricht bereits der griechische Arzt Hippokrates von der Wirkung von Oregano für Körper und Geist.

Tipp: ein volleres Oregano-Aroma bekommt man, wenn man Oregano ca. eine halbe Stunde in Wein einlegt und anschließend weiter zubereitet.

9) Timo – kraftvolles Gewürz

Timo„, auf Deutsch Thymian, und sein kräftiger Geschmack sind für einige Gerichte in Italien unerlässlich! Thymian wächst in Italien wild – was sich auch schon die Römer zu Nutzen gemacht haben. Denn die Römer badeten in Thymianwasser, da sie dachten dadurch mutiger zu werden und mehr Kraft zu bekommen. Aus diesem Grund war es bei römischen Legionären beliebt vor einer Schlacht in Thymian zu baden.

Gerichte: Thymian verwendet man viel für Suppen, Soßen, Eintöpfe, Aufläufe oder Gemüse (zum Beispiel Zucchini).

Gesundheit: wie jedes italienische Gewürz ist auch Thymian sehr gesund. So hat Thymian positive Auswirkungen auf die Verdauung oder (in Form von Tee) bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit.

Tipp: beim Kochen einiger Gerichte am besten gleich einen ganzen Thymianzweig verwenden.

10) Finocchio – absolutes Muss

Zu guter Letzt darf Fenchelgrün, auf Italienisch „finocchio„, nicht fehlen. Italiener und -innen lieben den hocharomatischen Geschmack von Fenchel und seinem leuchtend grünen Stiel sehr. Daher wird Fenchelgrün gerne und viel verwendet.

Gerichte: Fenchelgrün schmeckt besonders zu Fisch (unsere Empfehlung sind Sardinen) oder zu Pilzen.

Gesundheit: Fenchelgrün enthält neben Vitamin A und Vitamin C unter anderem Mineralstoffe, Kalzium oder Magnesium. Schon in der Antike wurde Fenchel und Fenchelgrün gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Tipp: in unserem eBook findet sich ein Rezept für einen fruchtig frischen Fenchel-Orangensalat – und da macht sich Fenchelgrün natürlich auch sehr gut! Zum Lesen des eBooks und des Rezepts einfach gleich hier beim kostenlosen Newsletter anmelden.

Welche italienischen Gewürze dürfen in deiner Küche nicht fehlen? Lass es uns in den Kommentaren wissen und empfehle diesen Beitrag gerne weiteren Kochfans!

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code