Flora und Fauna Italiens
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Italiens wilde Seite: die besten Nationalparks

Entdecke mit uns die Vielfalt des naturnahen Italiens! Denn Italien bietet Besucher und -innen nicht nur spannende Metropolen oder traumhafte Strände, sondern ebenfalls großartige „parchi nazionali„, also Nationalparks. Diese Naturlandschaften sind einfach atemberaubend: wild, oft sehr ursprünglich und von meist ungeahnter Schönheit!

Du möchtest mehr über die italienischen Nationalparks erfahren? Dann gleich in diese Podcastfolge hören:

#53 Parchi nazionali – Italiens wilde Schönheit

Italien gehört zu einem der Länder mit einer großen landschaftlichen Vielfalt. Daher machen die wunderschönen Naturlandschaften Italien wirklich zum perfekten Reiseziel für jeden Natur– und Outdoor-Fan!

Das grüne Herz Italiens

Italien hat insgesamt 25 Nationalparks, die eine Fläche von mehr als 16.000 km² bedecken. Damit machen die Nationalparks mehr als 5 Prozent der Gesamtfläche Italiens aus, wodurch 1,5 Millionen Hektar in Italien unter Schutz stehen. Noch bis zum Jahr 1990 sah die Situation jedoch anders aus – denn da machten Nationalparks und Naturschutzgebiete in Italien weniger als 1% der Landesfläche aus. Heute zählt Italien europaweit – mit seinen 140 Regionalparks, den Biosphärenreservaten sowie seinen „parchi nazionali“ – zu den Ländern mit der höchsten Anzahl an Schutzgebieten.

Flora und Fauna Italiens
Die Flora und Fauna Italiens ist sehr vielfältig.

In italienischen Nationalparks hat sich eine einzigartige und artenreiche Flora und Fauna erhalten. Dadurch ist es in vielen „parchi nazionali“ möglich verschiedenste Pflanzen sowie „stambecchi“ (Deutsch: Steinböcke), „camosci“ (Deutsch: Gämse), „marmotte“ (Deutsch: Murmeltiere), „volpi“ (Deutsch: Füchse), „lupi“ (Deutsch: Wölfe) oder „pernici bianche“ (Deutsch: weiße Rebhühner) in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten. Einer perfekten Urlaubserinnerung vor einer außergewöhnlichen Kulisse steht damit nichts im Wege!

Die 25 Nationalparks in Italien

Die 25 Nationalparks liegen über ganz Italien verstreut. Dabei stehen einige der italienischen Nationalparks auch im Zusammenhang mit der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO – so ist die antike Stadt Pompeji z.B. Teil des Nationalparks Vesuv.

Die 25 „parchi nazionali“ Italiens sind (in alphabetischer Reihenfolge): der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise, der Nationalpark Alta Murgia, der Nationalpark Asinara, der Nationalpark Aspromonte, der Nationalpark Belluneser Dolomiten, der Nationalpark Cilento, Vallo di Diano und Alburni, der Nationalpark Cinque Terre, der Nationalpark Circeo, der Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterona und Campigna, der Nationalpark Gargano, der Nationalpark Golf von Orosei und Gennargentu, der Nationalpark Gran Paradiso, der Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga, der Nationalpark La-Maddalena-Archipel, der Nationalpark Majella, der Nationalpark Monti Sibillini, der Nationalpark der Insel Pantelleria, der Nationalpark Pollino, der Nationalpark Sila, der Nationalpark Stilfser Joch, der Nationalpark Toskanischer Archipel, der Nationalpark Toskanisch-Emilianischer Apennin, der Nationalpark Val d’Agri, der Nationalpark Val Grande und der Nationalpark Vesuv.

Kultur und Abenteuer in den Nationalparks

Wer Kultur und Abendteuer hautnah erleben will, der ist in den italienischen „parchi nazionali“ bestens aufgehoben! Denn jeder einzelne italienische Nationalpark bietet über alle Jahreszeiten hinweg großartige Erlebnisse: neben Spazieren gehen, Wandern, Reiten, Klettern und Mountainbike fahren sind u.a. Skifahren im Winter oder Kanufahren, Baden, Schnorcheln und Tauchen im Sommer möglich. Auch Genuss und regionale Spezialitäten gehen oft Hand in Hand mit italienischen Nationalparks.

Tipps für einen Besuch im Nationalpark

Ein paar Dinge sind bei jedem Besuch der „parchi nazionali“ zu beachten:

1) Den Nationalpark am besten mit einem Auto besuchen – denn italienische Nationalparks können oft nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Das Auto wird in der Regel vorne am Eingang beim Parkplatz geparkt.

2) Unbedingt gutes Schuhwerk einpacken! Gute Schuhe sind das A und O und einfach essenziell.

3) Eine Regenjacke zahlt sich insebsondere in den kälteren und nasseren Jahreszeiten aus.

4) Die Natur- und Tierwelt muss in jedem Fall respektiert werden! Aus diesem Grund ist Wildcamping in Italien auch strengstens verboten. Wer erwischt wird, riskiert saftige Geldbußen!

Unsere Top 10 + 1 Nationalparks

Unsere Auswahl der 10 + 1 italienischen Nationalparks befinden sich in Nord-, Mittel- und Süditalien. Selbstverständlich haben aber alle italienischen Nationalparks besondere Highlights zu bieten.

1) Parco nazionale di Gran Paradiso

Der berühmteste und älteste Nationalpark Italiens aus dem Jahr 1922 ist der Nationalpark Gran Paradiso. Der 70.000 Hektar große Nationalpark, der sich über die italienischen Regionen Aostatal und Piemonte erstreckt, weist eine gemeinsame Grenze zum französischen Nationalpark Vanoise auf. Im Nationalpark Gran Paradiso befindet sich auch der am höchsten gelegene Berg Italiens Gran Paradiso, der dem Nationalpark seinen Namen gibt. Symbol des Nationalparks heute sind die „stambecchi„, also die Steinböcke. Nicht entgehen lassen sollte man sich im Gran Paradiso die Bergseen oder die vielen Wasserfälle.

Tipp: Wenn man Berge mag, dann ist der Nationalpark Gran Paradiso perfekt! Denn der Nationalpark Gran Paradiso ist sehr hoch und dementsprechend anspruchsvoll. Eine große Empfehlung für geübte BergsteigerInnen!

2) Parco nazionale delle Dolomiti Bellunesi

Der wunderschöne Nationalpark Belluneser Dolomiten ist 32.000 Hektar groß und liegt zur Gänze auf dem Gebiet der Provinz Belluno in Venetien. Er beherbergt viele Schätze, unter anderem über 1500 verschiedene Pflanzenarten, 40 Baumarten und über 130 Vogelarten. Traumhaft sind neben den typischen Dolomitenbergen (wir erinnern uns zurück an die Marmolata und Corina d’Ampezzo aus der Podcastfolge #40 In pista – Von Schi-Erlebnissen in den Dolomiten träumen) auch die Wälder, Wiesen sowie das Valle del Mis mit den spektakulären Wasserfällen, der Cascata della Soffia und Cadini del Brenton. Ein absolutes Must-See!

Tipp: Zwei kleine Perlen hat der Nationalpark Belluneser Dolomiten noch zu bieten: das Bergbauzentrum Valle Imperina, das einst die Republik Venedig mit Kupfer ausstattete und das Geburtshaus des Malers Tizian in Pieve di Cadore.

3) Parco nazionale dello Stelvio

Der Nationalpark Stilfersjoch im Herzen der Alpen führt nach Trentino-Südtirol und in die Lombardei. Er ist das größte historische Schutzgebiet Italiens und ein absolutes Paradies für Outdoor-Fans. Ein besonderes Highlight ist hier der Radtag Stilfserjoch, an dem die legendäre Passstraße für den Verkehr gesperrt wird und allein den Radfahrer und -innen gehört.

Tipp: Wer für einige Tage abschalten will und/oder besonders wanderlustig ist, der sollte unbedingt in einer der idyllischen Hütten des Nationalpark Stilfersjoch zur Ruhe kommen. Auf unserer to-do-Liste: die Casatihütte mit ihrem unglaublichen Panoramaausblick!

4) Parco nazionale delle Cinque Terre

Den Nationalpark Cinque Terre in Ligurien muss man einfach gesehen haben! Schließlich sind seine 5 Dörfer an der Steilküste weltberühmt: Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Seit 1997 gehört dieses wunderschöne Fleckchen Erde schon zum UNESCO-Weltkulturerbe. Großer Pluspunkt dieses Nationalparks: er kann perfekt (ohne Auto) zu Fuß über zahlreiche Wanderwege oder mit der Bahn erkundet werden. Mehr dazu findest du hier.

Tipp: Der berühmteste Wanderweg ist die Via dell’amore, der Riomaggiore mit Manarola verbindet – am besten die sportliche Aktivität mit einem Glas Sciacchetrà Wein verbinden.

5) Parco nazionale del Gran Sasso e Monti della Laga

Der Nationalpark Gran Sasso (Deutsch: großer Fels) und Monti della Laga in den Abruzzen ist insgesamt 141.341 Hektar groß. Dieser Nationalpark besteht zumeist aus bergigem Gebiet und hat mit dem Corno Grande den höchsten Gipfel des Appenin in seinem Park. Im Gran Sasso befinden sich in der Nähe von L’Aquila die sogenannten „Laboratori nazionali del Gran Sasso“, sprich eine italienische Forschungseinrichtung für nukleare Astrophysik. Hier werden neue Formen von Materie oder andere Phänomene der Elementarteilchenphysik erforscht. Das Labor selbst befindet sich dabei in 1500 Meter Tiefe unter dem Berg in einem verzweigten Tunnelsystem. Derzeit arbeiten rund 1000 Wissenschaftler und -innen aus über 30 Ländern in diesen größten unterirdischen Versuchslaboren der Welt.

Tipp: Augen auf: für die eigene Abzweigung der Forscher und -innen im Tunnel!

6) Der Parco nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise

Der Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise liegt im Herzen des Zentral-Appenins und erstreckt sich auf über 50.000 Hektar. Zwei Highlights gibt es hier zu bewundern: die vielfältige Tierwelt (Heimat des Braunbär Marsicanus, des Steinadlers, von Hirschen, Ottern, Gämsen und des Apennin-Wolfs) und der künstliche Brera-See.

Tipp: Das mittelalterliche Dorf Barrea am Brera-See.

7) Parco nazionale del Vesuvio

Der Nationalpark Vesuv liegt in Kampanien und kann leicht von Neapel aus erreicht werden. Zu empfehlen ist hier eine geführte Tour bis zum Krater des Vesuv – am besten von Pompeji aus. Allein schon die Fahrt in diesen riesigen Autos stellt ein kleines Abenteuer dar. Das letzte Stück wird jedoch zu Fuß hochgelaufen. Oben angekommen erwartet Besucher und -innen ein sagenhafter Blick über den Golf von Neapel.

Blick vom Krater des Vesuv auf den Golf von Neapel

Tipp: Es lohnt sich eine Jacke mitzunehmen! Der Wind kann oben am Krater des Vesuv sehr unangenehm werden.

8) Parco nazionale del Cilento, Vallo di Diano e Alburni

Der bezaubernde Nationalpark Cilento und Vallo di Diano befindet sich ebenfalls in Kampanien und ist der zweitgrößte Park Italiens. Dieser Nationalpark hat besonders große Schätze zu bieten. Zum einen die archäologischen Stätten Paestum und Velia sowie die Kartause Certosa di Padula und zum anderen weiße Sandstrände, steile Klippen und sagenhaft schöne Buchten. Ein wahres Paradies für Schnorchler und Taucher!

Eine kleine Bucht im Nationalpark Cilento und Vallo di Diano

Tipp: Auch Naturfans können sich freuen. Schließlich verfügt der Nationalpark über eine artenreiche Blumenwelt aus ca. 1800 wilden Pflanzenarten der Region und über Felder von „papaveri„, Klatschmohn.

9) Parco nazionale del Pollino

Der größte italienische Park mit insgesamt 192.565 Hektar ist der Nationalpark Pollino in den italienischen Regionen Basilikata und Kalabrien. Hier befindet sich eine der ältesten und wichtigsten archäologischen Stätten Europas: die „Grotta del Romito„, die sogenannte „Höhle des Einsiedlers“.

Tipp: Unbedingt eine Führung in der Tropfsteinhöhle „Grotta del Romito“ einplanen.

10) Parco nazionale della Sila

Ein Gebiet unberührter, wilder und einzigartiger Naturschönheit erwartet Besucher und -Innen in Kalabrien. Denn der Nationalpark Sila in Süditalien ist der älteste Nationalpark Kalabriens und erstreckt sich auf einer Fläche von 150.000 Hektar. Besonders typisch sind in diesem Nationalpark die Wälder, Hügel, schwefelartigen Naturschönheiten und Höhlen, wie z.B. die Grave Grubbo oder die bekannte Grotte Samourì.

Tipp: Im Nationalpark Sila lassen sich wunderbar Pilze, Kastanien und Waldfrüchte sammeln.

11) Parco nazionale dell’Arcipelago di La Maddalena

Da wir selbst so begeistert den Parchi nazionali sind, kommt zu guter Letzt noch unsere Top 10 + 1 Empfehlung: der Nationalpark La Maddalena-Archipel in Sardinien. Der Nationalpark La Maddalena-Archipel, zu dem auch die Inseln La Maddalena, Budelli, Spargi, Santa Maria und Caprera gehören, stellt ein wahres Geomarine-Paradies dar! Berühmt sind schließlich die natürlichen Pools zwischen Budelli, Razzoli und Santa Maria oder die „Spiaggia Rosa„, der pinke Strand auf Budelli.

Tipp: Unbedingt darauf einstellen, dass die Schönheiten der Insel Budelli, wie z.B. die „Spiaggia Rosa„, nur aus der Ferne von einem Boot beobachtet werden können.

Welchen italienischen Nationalpark hast du schon besucht? Berichte uns in den Kommentaren gerne von deinen Erlebnissen!

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