Weintrauben in der Provinz Ancona
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Auf Gourmettour in der Provinz Ancona unterwegs

Die Provinz Ancona (Italienisch: Provincia di Ancona) liegt im östlichen Teil Mittelitaliens und ist eine Provinz der italienischen Region Marken (Italienisch: Le Marche). Da die Provinz Ancona einige kulinarische Spezialitäten zu bieten hat, führt uns die neue Podcastfolge auf eine Gourmettour durch die diversen Weingärten, in ausgezeichnete Fischlokale und an spannende Orte, die für ihre ausgewählten Delikatessen bekannt sind! Mehr über die Genussreise in der Provinz Ancora erfährst du hier:

#74 Provincia di Ancora – Genussreise durch die Provinz Ancona

Werfen wir nun den Blick in eine italienische Region bzw. Provinz, die man nicht unbedingt sofort im Kopf hat, wenn man an Italien denkt.

Provinz Ancona

Le Marche bieten ganz Italien in einer Region! Vor allem die Provinz Ancona verfügt mit ihren schier endlosen Sandstränden an der Spiaggia di Velluto (Senigallia), den Steilküsten entlang des Monte Conero, den sanften Hügeln im Hinterland oder den Gipfeln des Apennin über eine große landschaftliche Attraktion der Marken. 

Provinz Ancona

Aus diesem Grund startet unsere Gourmettour auch in der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und der ganzen Region Ancona. Denn die Hafenstadt Ancona ist der ideale Ausgangspunkt für unsere Genussreise.

Tipp: Für diese besondere Gourmettour ist ein eigenes Auto oder ein Mietauto erforderlich. Denn die kleinen Weingüter und Restaurants befinden sich zum Teil an abgelegenen Orten, die nur schwer zu erreichen sind.

Spezialitäten der Provinz Ancona

Die Provinz Ancona wartet mit einer Hülle und Fülle an kulinarischen Köstlichkeiten auf. Den Anfang machen drei berühmte Weinsorten aus der Gegend, im Anschluss folgen Empfehlungen für Fisch, Fleisch- und Süßspeisen.

In der Region Marken finden sich einige sehr gute italienische Weine.

Rosso Conero – der Rote vom Conero

Der Rosso Conero ist ein rubinroter Wein aus der Montepulciano Traube (in manchen Fällen wird die Montepulciano Traube auch mit maximal 15% Sangiovese Trauben vermischt). Schon zur Zeit Strabons, einem berühmten antiken griechischen Historiker und Geograph, galt Ancona als ein Produktionsstandort von sehr gutem Wein – und vor allem auch von Wein in großen Mengen. Jedoch ist der Rosso Conero heutzutage nicht mehr in großen Mengen erhältlich. Denn tatsächlich produzieren inzwischen nur noch wenige Weinkellereien diesen besonderen Wein. Durch seine Bezeichnung DOC, die für „denominazione di origine controllata“ steht, darf der Rosso Conero auch nur mehr in einem kleinen Gebiet rund um den Monte Conero hergestellt werden.

Der Geschmack des Rosso Conero: Dieser Wein riecht nach roten Früchten – und das merkt man auch im fruchtigen Geschmack nach Wildkirschen, Brombeeren und Lakritze. Wenn der Wein im Holzfass gelagert wird, bekommt er zusätzlich noch rauchige Aromen im Abgang.

Dazu passende Gerichte: Am besten trinkt man den Rosso Conero zu aromatischen Käsesorten, Nudelgerichten wie Tortellini oder Ravioli oder zu Wildgerichten wie „Pappardelle al ragù di cinghiale“ (Deutsch: Pappardelle mit Wildschweinsoße).

Tipp: Entlang der „Strada del Vino Rosso Conero“ können die unterschiedlichen WeinproduzentInnen besucht und das ein oder andere Glas verkostet werden.

Verdicchio dei Castelli di Jesi – der Klassiker unter den weißen Rebsorten

Der Verdicchio dei Castelli di Jesi ist ein Weißwein, der aus der Gegend westlich von Jesi, aus den umliegenden Castelli di Jesi, kommt. Dabei wird die Rebsorte Verdicchio praktisch ausschließlich in der Region Marken kultiviert. Daher liegen die etwa 3.000 Hektar großen Rebflächen hier rund um so klangvolle Orte wie Arcevia, Barbara, Belvedere Ostrense, Corinaldo u.a. Die Rebsorte Verdicchio selbst weist nun grünliche Weinbeeren auf, woher sich auch ihr Name ableitet (verde bedeutet auf Deutsch übersetzt grün). So ergeben sich auch die grünlichen Reflexe beim fertigen Wein. Der Verdicchio dei Castelli di Jesi hat eine ausgezeichnete Struktur und weist eine große Komplexität auf. In Senigallia und Ostra findet sich zudem der Zusatz Classico am Etikett.

Der Verdicchio dei Castelli di Jesi überzeugt jedoch nicht nur geschmacklich, sondern ist auch dank seiner typisch grünen Flaschen in Amphorenform mit Schriftrolle am Flaschenhals berühmt. Dieses sehr einprägsame Design stammt dabei vom Weingut Fazi Battaglia, das wie kein anderes für die Rebsorte Verdicchio steht. Vermutlich war jenes besondere Merkmal auch der Grund, warum der Verdicchio dei Castelli di Jesi so über die Grenzen der Region – und vor allem über die Grenzen Italiens hinaus – bekannt wurde. Heute findet man den Wein in der Amphore eher als dekorativen Gegenstand oder dekoratives Mitbringsel.

Der Geschmack des Verdicchio: Verdicchio hat generell einen mineralischen Geschmack und eine Note von Aprikose.

Dazu passende Gerichte: Dieser Weißwein schmeckt hervorragend zu Fischgerichten, kräftigen Fischsuppen und Salaten jeder Art. Auch asiatische Gerichte oder helles Fleisch eignen sich gut zum Verdicchio.

Lacrima di Morro d’Alba – die „Träne“ aus Morro d’Alba

Der Lacrima di Morro d’Alba ist ein sehr interessanter und vor allem sehr guter italienischer Rotwein. Der Lacrima di Morro d’Alba besticht dabei durch ein intensives Rot und einen noch intensiveren Geruch nach roten Beeren, Blumen und Litschi.

Tipp: Wer noch mehr über den Wein Lacrima di Morro d’Alba und andere Weinsorten der Region erfahren möchte, die- oder derjenige sollte unbedingt auch in die Podcastfolge 22 über die Strada del Vino DOC Lacrima di Morro d’Alba hineinhören oder hier nachlesen.

Brodetto – Fischgericht mit langer Tradition

Ein kleiner Abstecher nach Porto Recanati darf bei einer Genussreise nicht fehlen! Denn obwohl Porto Recanati strenggenommen bereits in der Provinz Macerata liegt, ist Porto Recanati einfach berühmt für seinen Brodetto. Diese Fischspezialität kennt viele unterschiedliche Rezepte, jedoch wird in Porto Recanati das Geheimrezept bis heute streng gehütet. Angeblich soll es sich bei der geheimen Zutat um die „zafferanella“ (einen wilden Safran aus dem Conero-Gebiet) handeln, die nur schwierig zu finden ist. Laut Originalrezept müssen im Fischgericht Brodetto nun mindestens neun unterschiedliche Fischsorten verwendet werden. Dabei ist es eine Kunst das Gericht so zuzubereiten, dass es einerseits eine Suppe, andererseits aber auch eine Hauptspeise ist. Die Fische dürfen also nicht zu lange gekocht werden.

Tipp: Die große Kunst der Brodetto-Zubereitung kann während der Settimana del Brodetto näher betrachtet werden. Denn diese eigene Brodetto-Woche findet jährlich in Porto Recanati statt. Aber auch zu allen anderen Jahreszeiten kann man dieses Fischgericht entlang der Riviera del Conero kosten.

Moscioli – wilde Muscheln

Entlang der Küste des Conero finden sich zwischen Pietralacorce und Sassi Neri spezielle Miesmuscheln, die auf den Namen Moscioli hören. Zu empfehlen sind hier vor allem die Gerichte „Moscioli alla marinara“ oder „Impepata di moscioli“ – mit sehr viel Pfeffer.

Crescia – typisches Fladenbrot

Der kleine Ort Offagna gehört zu den „borghi più belli d’Italia„, sprich zu den schönsten Orten Italiens. Offagna ist aber nicht nur wegen seiner hübschen Burg oder seines spannenden Mittelalterfestes bekannt, nein, er wird vor allem für die Crescia, einen Teigfladen aus Mehl und Schmalz, gefeiert. Häufig wird dieser Fladen aus den Marken nun pur oder mit regionalen Wurstspezialitäten und Käse kombiniert. Man kann die Crescia aber auch mit den lokalen „foie de campo“ füllen. Dabei handelt es sich um grünes Blattgemüse (wortwörtlich: die Blätter der Felder), das im Umland des Ortes geerntet wird.

Salame di Fabriano – Salamispezialität

Salame di Fabriano ist eine typische Salamispezialität aus den Marken. Nur ausgewählte Produkte dürfen auf den Namen Salame di Fabriano hören und diese unterliegen wiederum sehr strengen Auflagen. Ursprünglich stammt die Salami aus dem Städtchen Fabriano, jedoch wird sie heute auch in anderen Teilen der Marken produziert. Neben dem Fleisch dürfen ausschließlich Salz, Pfeffer und Weißwein für die Herstellung dieser Salami verwendet werden. Giuseppe Garibaldi soll einst sinngemäß geschrieben haben: „So wie die Mortadella aus Bologna kommen soll, so sollte die Salami am besten aus Fabriano sein.“

Ciambellone al cioccolato – schokoladige Sünde

Beim Ciambellone al cioccolato handelt es sich um einen typisch italienischen Schokoladenkuchen. Dabei bedeutet das Wort „Ciambella“ auf Deutsch übersetzt so viel wie „der Ring“ oder „der Kreis“. Doch wer schon einmal diese typische Süßspeise probiert hat, die- oder derjenige weiß, dass der Schokoladenkuchen überhaupt nicht rund oder kreisförmig ist. In der Provinz Ancona kennt und liebt man diesen Gaumenschmaus genau so – eben nicht rund und nicht kreisförmig.

Hier findest du unser einfaches und leckeres Rezept für den Ciambellone al cioccolato.

Crema fritta – frittierte süßliche Vanillecreme

Eine andere Süßspeise, die man in der Provinz Ancona unbedingt probieren muss, ist die Crema fritta (Deutsch: die frittierte Creme). Aber Achtung: diese köstliche Vanillecreme ist genauso üppig, wie sie klingt! Die Vanillecreme, die manchmal sogar ein bisschen nach Zitrone schmeckt, findet sich auch als Füllung in den Frühstückscroissants, den Cornetti alla Crema – nur eben in nicht frittierter Form.

Bist du auch so begeistert vom Genuss und der Kulinarik der Provinz Ancona? Welche Köstlichkeiten der Provinz Ancona dürfen auf deinem Teller nicht fehlen?

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